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SEPA: Einwand gegen einen Migrationsendtermin, der sich nach dem Kriterium der «kritischen Masse» richtet Drucken E-Mail
15.10.2009

Die Festlegung eines Endtermins für die Migration zu SEPA-Zahlungsinstrumenten konkretisiert sich. Aus den Antworten auf die von der EU-Kommission im letzten Juni organisierte Befragung ist generell erkennbar, dass ein Termin für die endgültige Einstellung von nationalen Überweisungen und Lastschriften festgelegt werden soll. Brüssel wird jetzt mit den Mitgliedstaaten über die beste Vorgehensweise verhandeln. Die diversen Interessengruppen haben bereits wissen lassen, dass sie eine europäische Regelung vorziehen, die «den Marktakteuren ein klares Signal gibt, dass die Migration auf SEPA irreversibel geworden ist», erklärt die EU-Kommission. Den 136 Antworten von öffentlichen Verwaltungen, Banken, Unternehmen, Service-Dienstleistern und sonstigen Interessengruppen ist zu entnehmen, dass andernfalls ein von der EBZ direkt festgelegter Endtermin eine Alternative wäre. Um die Besonderheiten und den Stand der Vorbereitungen auf den einzelnen Märkten berücksichtigen zu können, sollte den Mitgliedstaaten die Möglichkeit gegeben werden, den Termin für die Migration auf ihrem Gebiet schon früher festzusetzen.

Zwei getrennte Migrationstermine


Aus den bei der Befragung mehrheitlich geäuβerten Meinungen ist auch erkennbar, dass die Migrationstermine für SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften getrennt festgelegt werden sollen, da diese beiden Zahlungsmittel nicht gleichzeitig eingeführt worden sind und nicht den gleichen Stand erreicht haben. Für die Übergangszeit werden im Allgemeinen drei bis fünf Jahre angegeben. Es ist keine Überraschung, dass für das Lastschriftverfahren, für das es heute kein Äquivalent gibt, wegen der umfangreichen Umstellungen die Übergangszeit länger sein sollte. In den meisten Antworten wird darauf hingewiesen, dass die Migration nicht nur Zahlungstransaktionen unter Banken betrifft, sondern auch den Detailmarkt und den Zahlungsverkehr zwischen Kunden und Banken. „Wenn wir wollen, dass die Nutzer SEPA einführen und auf die nationalen Zahlungsinstrumente verzichten, müssen Ihnen die Vorteile von XML ISO 20022 und die End-zu-End-Automatisierung der Transaktionskette angeboten werden“, erklärt zusammenfassend Telecom Italia in ihrer Antwort. Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) vertritt die Auffassung, dass für die Umstellung der Unternehmen auf SCT im Prinzip zwei bis drei Jahre und für die Umstellung auf SDD vier bis fünf Jahre notwendig sind.

Generell wird der Kommission zufolge die Festlegung eines Migrationsendtermins anhand von Kriterien, die sich auf das Erreichen der kritischen Masse stützen, als „kontraproduktiv“ bewertet. Dieser Ansatz, der insbesondere vom nationalen französischen SEPA-Komitee befürwortet wird, zwingt die Teilnehmer nicht, neue Zahlungsinstrumente kurz nach ihrer Einführung zu übernehmen, und daher besteht auch kein Risiko, dass die kritische Masse nie erreicht wird. Aus den Antworten ist auch ersichtlich, dass die Verfolgung von bestimmten Kriterien nützlich sein kann, aber es wird darauf hingewiesen, u.a. auch von der französischen Vereinigung der Corporate Treasurer (AFTE), dass bestimmte Voraussetzungen vor der Festlegung von Endterminen erfüllt sein müssen. Ziel ist zunächst, die Qualität der SEPA-Systeme zu verbessern, um zu gewährleisten, dass sie den Anforderungen der Nutzer voll gerecht werden und ihnen ausreichend Zeit lassen, um sich mit den neuen Instrumenten und Systemen vertraut zu machen. Für die AFTE muss die Kontinuität des Bestands an Lastschriftaufträgen gesichert sein, und die Unternehmen müssen mit Sicherheit damit rechnen können, dass die Regelungen während der Übergangszeit nicht geändert werden. Darüber hinaus erwarten die französischen Treasurer eine Klärung des wirtschaftlichen Modells der SDD, bevor ein Endtermin festgelegt wird.

 

E.L.




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