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Aufgrund der selektiveren Auswahl bei der Kreditvergabe haben sich Liquiditätsüberschüsse als vorteilhaft erwiesen. Die Großkonzerne haben rechtzeitig erkannt, dass zur Erhaltung ihrer Finanzmittel eine generelle Ausrichtung auf mehr Sicherheit statt einfacher Ertragserzielung risikoärmer ist. Aus einer Analyse der Jahresfinanzberichte von 23 DAX-30-Nichtfinanzunternehmen geht hervor, dass der Finanzmittelbestand, der die erforderlichen Kriterien hinsichtlich Fälligkeit und Sicherheit nicht erfüllt, um unter dem Posten „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ ausgewiesen zu werden, nur mehr ein Viertel der Gesamtliquidität gegenüber 30% ein Jahr zuvor ausmacht. Unter den 13 Konzernen, die über Finanzinvestitionen verfügen, die nicht unter dem Posten „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ bilanziert sind („nicht IAS 7 konforme liquide Mittel“), jedoch bei der Berechnung der Nettoschulden berücksichtigt werden, berichten neun Unternehmen von einer Reduzierung, so dass am 31. Dezember 2008 der kumulierte Betrag der nicht konformen Mittel unter 20 Milliarden Euro gesunken war, gegenüber einem Höchststand von 27 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
Die liquiden Mittel im unteren Teil der Bilanz der großen deutschen Corporates (liquide Mittel im Sinne von IAS 7) sind ebenfalls um 8% auf 60 Milliarden Euro geschrumpft und tragen auf diese Weise zu einer Reduzierung um 14% auf 80 Milliarden Euro der „erweiterten“ Liquidität bei („Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ sowie sonstige Finanzinvestitionen, die bei der Berechnung der Nettoverschuldung berücksichtigt werden).
Generell wurden die liquiden Mittel der großen deutschen Konzerne im Vergleich zu anderen Konzernen in Europa durch die Krise stärker in Mitleidenschaft gezogen. Die 20 Nichtfinanzkonzerne im MIB 30 verzeichneten eine Reduzierung um 10% ihrer Gesamtliquidität auf 25 Milliarden Euro und der Anteil ihrer dynamischen Anlagen im Sinne von IAS 7 ist von 9% auf 7% der Gesamtliquidität zurückgegangen. Dies gilt auch für Frankreich, wo sich bei den 35 Corporates im CAC 40 die nicht IAS 7 konformen Anlagen von 16% auf 15% der Gesamtliquidität reduziert haben. Die Situation der großen französischen Unternehmen ist allerdings insofern bemerkenswert, als sie Ende 2008 einen Rekordstand ihrer Liquidität verzeichnet haben, der in einem Jahr um 9% auf 123 Milliarden Euro gestiegen ist. Bei den 33 Nichtfinanzunternehmen im Eurostoxx 50 wurde die Reduzierung der nicht IAS 7 konformen Liquidität um 39% auf 22 Milliarden Euro durch den Anstieg ihrer so genannten strikten Liquidität um 11% auf 136 Milliarden Euro voll ausbalanciert. Absicherung oder Diversifizierung
In einigen Fällen bestätigen die Kommentare in den Anhängen zu den Finanzberichten der deutschen Konzerne die aus einer Zahlenanalyse hergeleiteten Feststellungen. „Im Rahmen unseres Cash-Managements wurden handelbare Wertpapiere in Cash umgewandelt“ erläutert Volkswagen, deren nicht IAS 7 konformen liquiden Mittel im Jahr 2008 um 43 % reduziert wurden. Andere Konzerne haben sogar versucht, die Liquidität unter dem Posten „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ abzusichern. Bayer verweist ausdrücklich darauf, dass „gemäß IAS 7 dieser Posten auch Wertpapiere mit einer Fälligkeit zum Zeitpunkt der Emission von weniger als drei Monaten enthält, was ihren hohen Grad an Liquidität verdeutlicht“. Der MAN-Konzern, der seine Anlagen nach Fälligkeitsterminen sortiert, hat den Anteil der Sichteinlagen stark erhöht, auf Kosten von Anlagen mit Fälligkeiten von 1 bis 90 Tagen.
Einige Konzerne, die allerdings in der Minderheit sind, haben im Auseinanderdriften der Märkte eine Chance erkannt, die Risikoquellen zu diversifizieren, indem sie Investitionen gewählt haben, die nicht zur Kategorie „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ gehören. Dies ist der Fall des Beiersdorf-Konzerns, der beschlossen hat, „einen großen Teil seiner Bankeinlagen in Wertpapiere umzuwandeln, um die Risiken zu diversifizieren. Insgesamt wurden 897 Millionen Euro in Staats- und Unternehmensanleihen, Commercial Papers und Geldmarktfonds angelegt“. Eine Möglichkeit, den Ertrag von liquiden Mitteln in einem Umfeld niedriger Zinssätze zu steigern, hat insbesondere Lufthansa gefunden, die die Entwicklung der Erträge ihrer in Euro, Dollar und in Schweizer Franken eröffneten Konten im Einzelnen angibt.
Hingegen sind die Angaben der deutschen Unternehmen in bezug auf die Qualität ihrer Bankkontrahenten weniger präzise, obwohl es am Jahresende zu einer Reihe von Konkursen kam. Lediglich RWE verweist darauf, dass „Einlagen unter kurzfristigen Gesichtspunkten bei Banken vorgenommen werden, die mindestens ein A-/A3 Rating haben.“ Auf dieses Thema wird von anderen Konzernen des Eurostoxx systematischer eingegangen.
Abgesehen von der Auswahl unter den Investitionsmöglichkeiten haben sich Maßnahmen zur Stützung des Börsenkurses, die sich als Reaktion auf den Kursverfall an den Börsen vermehrt haben, negativ auf die Cash-Situation zahlreicher Corporates ausgewirkt. Thyssen-Krupp erklärt einen Teil der Schrumpfung des Liquiditätsbestands um 933 Millionen mit der Ausschüttung von Dividenden und dem Rückkauf von eigenen Aktien. SAP, Siemens, Deutsche Telecom, RWE oder Daimler machen ähnliche Maßnahmen geltend. Liquiditätsentwicklung bei 23 von 30 DAX-Nichtfinanzunternehmen
Liquiditätsentwicklung bei europäischen Konzernen 
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