| bfinance-Konsensus für Zinssätze und Wechselkurse (Mai 2005) – Überschussliquidität belastet Immobilienmärkte – Rentenrenditen wieder gesunken |
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| 3.05.2005 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Melanie Gebhardt Die überhöhten Immobilienpreise in einzelnen Ländern sind Krämers Ansicht nach die Folge einer seit langem zu expansiven Geldpolitik. Zwar könnte eine Notenbank die Immobilienpreise nicht direkt beeinflussen, aber durch die Bereitstellung von zu viel Liquidität habe die EZB die Hauspreisinflation letztlich erst ermöglicht. Da die Folgen einer Immobilienblase für die betroffenen Länder dramatisch sein könnten, meint Krämer, dass eine Zinserhöhung in Euroland überfällig ist, auch wenn sich für den Euroraum als ganzes noch kein übertriebener Immobilienpreisanstieg nachweisen lasse. EZB-Zinserhöhung erst zum Jahresende Trotz dieser Situation dürfte sich die erste EZB-Zinserhöhung aufgrund der schwachen Frühindikatoren und der bestehenden Konjunktursorgen weiter verzögern. Viele Experten rechnen erst für das Jahresende mit dem ersten Zinsschritt. Auch die Konsensusteilnehmer haben ihre Einschätzung entsprechend verändert. Während im vergangenen Monat noch knapp zwei Drittel mit einem ersten Zinsschritt bis Ende September rechneten, erwarten inzwischen gut zwei Drittel bis Ende Oktober einen unveränderten europäischen Leitzins. Für die USA gehen die Analysten dagegen von einem stabilen Zinserhöhungskurs der FED aus. Es herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass die FED den Leitzins in ihrer Sitzung am 3. Mai um weitere 25 bps auf dann 3 Prozent anheben wird. Für den folgenden Drei-Monats-Zeitraum rechnen alle Konsensusteilnehmer mit einer weiteren Erhöhung auf 3,25 Prozent. Bis Ende Oktober erwartet die Mehrheit zwei weitere 25-bps-Schritte nach oben, auf dann 3,75 Prozent. Rentenrenditen auf Jahresanfangsstand Nachdem positive Konjunktureinschätzungen und wachsende Inflationsängste bis Ende März zu einem Höchststand der Rentenrenditen geführt hatten, ist das Bild einen Monat später ein ganz anderes. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sank auf das Niveau des Jahresbeginns und auch die Rendite 10-jähriger Bunds war wieder deutlich niedriger. Heinrich Bayer, Volkswirt bei der Postbank, rechnet damit, dass der Konflikt zwischen Konjunktur- und Inflationsängsten das Geschehen am Rentenmarkt weiter dominieren wird. "Wir gehen davon aus, dass es auf kurze Sicht keinen eindeutigen Sieger geben wird", meint Bayer. Seiner Ansicht nach dürften bessere Konjunkturdaten zu verhaltenen Renditeaufschlägen führen. "Einen deutlichen Ausbruch nach oben oder nach unten erwarten wir dabei in den nächsten Wochen aber nicht. Erst wenn sich deutlich abzeichnet, dass die aktuellen Konjunkturängste übertrieben sind, werden die Renditen wieder nachhaltiger gen Norden tendieren, allerdings langsamer als wir bislang erwartet haben." Dies spiegelt auch die Prognose der Konsensusteilnehmer wider. Die durchschnittlich erwartete Rendite 10-jähriger Staatsanleihen in Euroland sank für den Drei-Monats-Zeitraum von 3,85 Prozent im April-Konsensus auf aktuell 3,74 Prozent. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Rentenrenditen im vergangenen Monat einen Rückgang um gut 20 bps verzeichneten. Rasche Renditeerholung in den USA Während der Renditerückgang in den USA mit fast 40 bps noch deutlicher ausfiel als in der Eurozone, sind die Analysten kaum von ihrer Einschätzung vom Vormonat abgerückt. Für Ende Juli prognostizieren sie für 10-jährige Treasuries durchschnittlich eine Rendite von 4,65 Prozent, im Vormonat lag die Prognose für Ende Juni bei 4,68 Prozent. Für den Sechs-Monats-Zeitraum erwarteten die Analysten im vergangenen Monat durchschnittlich einen Anstieg der Rendite auf 4,83 Prozent. Diese Prognose hat sich im neuen Konsensus um nur einen Basispunkt auf 4,82 Prozent verringert. Hinsichtlich des Euro-Dollar-Wechselkurses ist nach wie vor unklar, wie stark sich das Leistungsbilanzdefizit der USA tatsächlich auswirkt. Bis Ende Juli geht die Mehrheit der Konsensusteilnehmer von einem weiter nachgebenden Dollar aus. Die durchschnittliche Prognose für den Drei-Monats-Zeitraum sank jedoch von 1,35 $ für einen € auf 1,33 $. Wie sich der Kurs danach entwickelt, war und ist jedoch umstritten. Etwas mehr als die Hälfte der Panelmitglieder geht bis Ende Oktober von einem weiter steigenden Euro aus, die "kleinere" Hälfte rechnet dagegen mit einem Wiedererstarken des Dollars. Ein einheitlicher Trend lässt sich hier nicht erkennen. Zur Methode: Der bfinance-Konsensus stellt Finanzleitern eine möglichst umfassende Prognose von Zinssätzen und Wechselkursen in Euroland, Großbritannien und den USA bereit. Am bfinance-Konsensus nehmen zur Zeit 16 international bedeutende Banken teil. Die Umfrage grenzt drei Zeiträume ab: Die Prognosezeiträume von drei und sechs Monaten sowie eine durchschnittliche Prognose für das Jahr 2005. CFOs und Treasurer erhalten einen Überblick über die betrachteten Szenarien sowohl auf kurz- und langfristige Zinssätze als auch auf die beiden wichtigsten Devisenkurse des europäischen Marktes (Euro/Dollar und Euro/Sterling). Bei der Festlegung Ihres Budgets können Sie über diese Referenzen verfügen und diese in ihre Planung einbeziehen. Die Prognosen werden monatlich aktualisiert. Sie können die Daten mit einem Klick auf das folgende Icon als Excel-Datei herunterladen:
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