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bfinance-Konsensus für Zinssätze und Wechselkurse (August 2004) – Das Tempo der US-Zinserhöhung könnte sich erhöhen Drucken E-Mail
2.08.2004

Melanie Gebhardt
An den Zinsmärkten herrscht sommerliche Ruhe. Das zumindest legen die Einschätzungen der Panelmitglieder des bfinance Konsensus nahe. Deren Prognosen haben sich gegenüber dem Vormonat nur marginal verändert. Die Analysten sind sich offenbar einig, dass aktuell keine dramatischen Trendänderungen anstehen.

Nach wie vor erwartet das Panel geschlossen, dass die EZB den Leitzins in den nächsten drei Monaten unangetastet lassen wird. Mit Blick auf Januar 2005 ist diese Einigkeit dagegen nicht vorhanden. Zwar geht eine Mehrheit von einem unveränderten Zinssatz aus. Eine nicht unerhebliche Minderheit rechnet jedoch damit, dass der Leitzins bis dahin in einem ersten Schritt um 25 Basispunkte (bps) angehoben sein wird. "Im Euroraum deuten die vorlaufenden Indikatoren auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Belebung, wobei sich die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte sogar noch leicht erhöhen könnte. Die sich weiter aufhellende Unternehmensstimmung im Euroraum insgesamt, vor allem aber der Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland, nähren die Hoffnung, dass mit der größeren Zuversicht der Unternehmen auch ihre Investitionsbereitschaft steigt", meint Christoph Weil von der Commerzbank und führt weiter aus: "Dies dürfte wesentlich zur Stärkung der Inlandsnachfrage beitragen. Wenn sich – wie von uns erwartet – mit den anstehenden harten Daten die Hinweise auf eine Festigung der Konjunktur verdichten, ist angesichts der zuletzt eher trüberen Preisaussichten noch in diesem Jahr mit ersten Zinserhöhungen der EZB zu rechnen."

Für die US-Leitzinsen hat sich die Einschätzung gegenüber dem Vormonat leicht verschoben. Das Tempo der "maßvollen" Zinserhöhung, die von der FED angekündigt wurde, wird nun etwas höher erwartet als im Juli-Konsensus. Lag der Median für den Sechs-Monats-Ausblick Ende Juni noch bei 2,00 Prozent so liegt er nun bei 2,25 Prozent. Damit geht die Mehrheit davon aus, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins innerhalb eines halben Jahres um insgesamt 100 bps anheben wird. Die große Herausforderung für die amerikanische Geldpolitik ist dabei, die Zinsen auf das angestrebtes "neutrales" Niveau – das nach Einschätzung von Volkswirten zwischen 3 und 5 Prozent liegen dürfte – zu heben, ohne dabei die Konjunktur wieder abzuwürgen. "Es ist noch ein langer Weg bis zu einem neutralen Leitzinsniveau in den USA und die US-Notenbank kann es sich angesichts eines unverändert dynamischen Wirtschaftswachstums kaum leisten, die Realzinsen noch länger auf dem aktuell extrem niedrigen Niveau zu lassen", erläutert Marco Bargel, Chefvolkswirt bei der Postbank, die dringende Notwendigkeit von Zinserhöhungen in den USA.

Bezüglich der langfristigen Zinsen haben sich die Einschätzungen sowohl für den Euroraum als auch für die USA so gut wie nicht verändert. Nach wie vor rechnen die Panel-Mitglieder im Durchschnitt mit moderat steigenden Sätzen. Ihrer Erwartung nach dürfte der 10-Jahres-Zins in drei Monaten bei 4,50 Prozent im Euroraum und 5 Prozent in den USA liegen. Weitere drei Monate später rechnen die Analysten mit 4,70 Prozent in Euroland und 5,20 Prozent in den USA.

Wie schon in der Vergangenheit, so wird der Dollar auch in den nächsten sechs Monaten Mühe haben, sich gegenüber dem Euro zu behaupten. Im Durchschnitt gehen die Experten sogar davon aus, dass der Greenback noch weiter nachgeben wird. Wurde Ende Juni noch mit einem €/$-Wechselkurs von 1,20 in drei und 1,24 in sechs Monaten gerechnet, liegt der Median der Erwartungen für Ende Oktober aktuell bei 1,21 und für Ende Januar 2005 bei 1,25.

Zur Methode:
Der bfinance-Konsensus stellt Finanzleitern eine möglichst umfassende Prognose von Zinssätzen und Wechselkursen in Euroland, Großbritannien und den USA bereit. Am bfinance-Konsensus nehmen zur Zeit 16 international bedeutende Banken teil. Die Umfrage grenzt 3 Zeiträume ab: Die Prognosezeiträume von 3 und 6 Monaten sowie eine durchschnittliche Prognose für das Jahr 2004.

CFOs und Treasurer erhalten einen Überblick über die betrachteten Szenarien sowohl auf kurz- und langfristige Zinssätze als auch auf die beiden wichtigsten Devisenkurse des europäischen Marktes (Euro/Dollar und Euro/Sterling). Bei der Festlegung Ihres Budgets können Sie über diese Referenzen verfügen und diese in ihre Planung einbeziehen. Die Prognosen werden monatlich aktualisiert.

Sie können die Daten mit einem Klick auf das folgende Icon als Excel-Datei herunterladen:

Zinsprognosen kurzfristig (erstellt am 31. Juli 2004)
Bank

Zinssatz Ende Oktober 2004

Zinssatz Ende Januar 2005

Euribor
3 Monate
Ø 2004
Libor$
3 Monate
Ø 2004
in % Euroland (1) USA (2) GB (3) Euroland (1) USA (2) GB (3) Euroland USA
BNP Paribas 2,00 1,75 4,75 2,25 2,50 5,00 2,20 1,80
CCF 2,00 1,50 4,75 2,00 2,25 5,00 2,10 1,60
CDC IXIS Capital Markets 2,00 1,75 5,00 2,00 2,00 5,25 n.a. n.a.
CNCA 2,00 1,75 4,75 2,00 2,25 5,00 2,09 1,41
Commerzbank 2,00 2,00 5,00 2,25 2,50 5,00 2,10 1,60
Dresdner KW 2,00 1,75 4,75 2,00 2,00 5,00 2,10 1,60
JP Morgan 2,00 1,75 4,75 2,25 2,25 5,00 2,15 1,50
Lehman Brothers 2,00 1,75 4,75 2,00 2,25 4,75 2,11 1,20
Merrill Lynch 2,00* 1,75* 4,75* 2,00** 1,75** 5,00** n.a. n.a.
Natexis Banques Populaires 2,00 1,75 4,75 2,25 2,25 5,00 2,10 1,60
Société Générale (-) (-) (-) (-) (-) (-) (-) (-)
UBS Warburg 2,00 1,50 4,75 2,00 2,00 5,00 1,90 1,70
West LB 2,00 1,75 4,75 2,25 2,25 5,00 2,20 2,00
DURCHSCHNITT 2,00 1,73 4,79 2,10 2,19 5,00 2,11 1,60
MEDIAN 2,00 1,75 4,75 2,00 2,25 5,00 2,10 1,60
Stand am 31. Juli 2004 2,00 1,25 4,50 2,00 1,25 4,50 2,14 1,70
(1) = Repo Rate EZB
(2) = Fed Funds
(3) = Basisrate
* = bis September 2004
** = bis Dezember 2004
n.a. = non available

Zinsprognosen langfristig (erstellt am 31. Juli 2004)
BANK 10jahres Zins Ende Oktober 2004 10jahres Zins Ende Januar 2005 10jahres Zins Durchschnitt 2004
in % Euroland USA GB Euroland USA GB Euroland USA GB
BNP Paribas 4,60 5,00 5,50 4,85 5,25 5,60 4,35 4,60 5,15
CCF 4,50 4,80 5,40 4,80 5,10 5,60 4,50 4,70 5,30
CDC IXIS Capital Markets 4,40 4,90 5,40 4,50 5,05 5,70 n.a. n.a. n.a.
CNCA 4,60 5,20 5.60 4,70 5,60 5,80 4,38 4,79 5,24
Commerzbank 4,50 5,00 5,40 4,60 5,20 5,50 4,30 4,60 5,15
Dresdner KW 4,40 4,80 5,30 4,30 4,70 5,25 4,25 4,50 5,10
JP Morgan 4,55 5,15 5,30 4,75 5,50 5,35 4,35 4,60 5,05
Lehman Brothers 4,45 5,25 2,00 4,50 5,30 1,70 4,28 n.a. 5,03
Merrill Lynch 4,50*

5,25*

5,40* 4,70** 5,50** 5,45** n.a. n.a. n.a.
Natexis Banques Populaires 4,60 4,90 5,30 4,90 5,10 5,50 4,40 4,70 5,20
Société Générale (-) (-) (-) (-) (-) (-) (-) (-) (-)
UBS Warburg 4,35 4,85 5,25 4,50 5,00 5,10 4,25 4,60 5,10
West LB 4,50 5,00 5,30 4,80 5,20 5,50 n.a. n.a. n.a.
DURCHSCHNITT 4,50 5,01 5,05 4,66 5,21 5,17 4,34 4,64 5,15
MEDIAN 4,50 5,00 5,30 4,70 5,20 5,50 4,35 4,60 5,15
Stand am 31. Juli 2004 3,92 4,58 5,38 3,92 4,58 5,38 3,92 4,58 5,38
* = bis September 2004, ** = bis Dezember 2004
n.a. = non available

Prognose der Wechselkurse (erstellt am 31. Juli 2004)
Euro / Dollar Euro / Brtit. Pfund
BANK Ende Okt. 2004 Ende Jan. 2005 Durchschnitt 2004 Ende Okt. 2004 Ende Jan. 2005 Durchschnitt 2004
BNP Paribas 1,18 1,25 1,21 0,67 0,70 0,67
CDC IXIS Capital Markets 1,20 1,18 1,21 0,67 0,67 0,67
CCF 1,20 1,20 n.a. 0,67 0,67 n.a.
CNCA 1,25 1,25 1,23 0,70 0,70 0,68
Commerzbank 1,19 1,17 1,22 0,65 0,65 0,67
Dresdner KW 1,24 1,26 1,23 0,66 0,67 0,67
JP Morgan 1,22 1,25 1,23 0,67 0,67 0,67
Lehman Brothers 1,27 1,28 1,24 0,68 0,70 0,68
Merrill Lynch 1,29* 1,33** n.a. 0,70* 0,72** n.a.
Natexis Banques Populaires 1,18 1,15 1,20 0,66 0,64 0,66
Société Générale (-) (-) (-) (-) (-) (-)
UBS Warburg 1,27 1,32 1,25 0,67 0,68 0,67
West LB 1,18 1,22 n.a. 0,66 0,67 n.a.
DURCHSCHNITT 1,22 1,24 1,22 0,67 0,68 0,67
MEDIAN 1,21 1,25 1,23 0,67 0,67 0,67
Stand 31. Juli 2004 1,20 0,66
* = bis September 2004, ** = bis Dezember 2004
n.a. = non available




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