| 16. Finanzsymposium: Experten prognostizieren für Euroland mehrheitlich schwache Konjunktur und Zinssenkung |
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| 27.04.2004 | |
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Patrick Eisele Sabrina Jacobs von der Dresdner Kleinwort Wasserstein Research GmbH bezeichnet die jüngste Entwicklung der US-Wirtschaft als "Strohfeuer". Die Analystin sieht deshalb für die amerikanische Notenbank keinen Anlass die Zinsen bis 2005 anzuheben. "Da die Aussichten für die USA schlecht sind, erwarten wir auch für Europa keine Verbesserung der konjunkturellen Situation", malt Jacobs schwarz. Da im Euroraum die Inflation rückläufig ist, habe die EZB Spielraum für eine Zinssenkung. Jacobs prognostiziert bis Juni eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, der sich eine weitere Senkung in gleicher Höhe anschließe. Die DrKW empfiehlt Anlegern deshalb Renten- und Geldmarktinvestments. Jacobs Kollegen sehen die Konjunkturentwicklung etwas optimistischer. "Die USA stehen vor einem Aufschwung", so Deutschbanker Otmar Lang, der erwartet, dass davon auch die Zahl der Arbeitsplätze profitieren wird. Im Zuge dieser Entwicklung werde die FED im August und dann noch einmal im September die Zinsen um jeweils 25 Basispunkte anheben. Allerdings wird nach Einschätzung von Lang "die Konjunktur in Europa sehr zurück hängen". Deshalb bestünde die Möglichkeit, dass die EZB die Zinsen noch einmal um 25 Basispunkte senken könnte. Michael Klawitter von der WestLB schließt sich in etwa der Meinung der Deutschen Bank an. Klawitter sieht für Euroland eine sehr schwache Binnenkonjunktur, eine niedrige Inflation und ein Zinssenkungspotenzial in Höhe von 25 Basispunkten. "Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten wir einen Zinssatz von 1,75 Prozent", so Klawitter. Auch deshalb erwartet der Ökonom für den Euroraum anziehende Renditen und nennt einen Wert von 4,50 Prozent für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Otmar Lang prognostiziert eine Rendite von 4,30 Prozent. "Der Schwachpunkt der europäischen Konjunktur ist die geringe Nachfrage der Verbraucher, die durch Finanzmärkte, Kriege und Wirtschaftspolitik stark verunsichert sind, was zu einem Anstieg der Sparquote führt", erklärt Stephan Rieke, Abteilungsdirektor Volkswirtschaft bei der ING BHF-BANK. "Dies wird sich künftig kaum verändern. Somit wird die Erholung der Konjunktur im Euroraum nur gering ausfallen." Im Gegensatz zu seinen Kollegen erwartet Rieke jedoch keine Zinssenkung der europäischen Notenbank: "Die EZB hat den dafür besten Zeitpunkt verpasst." Der Konjunkturpessimismus der DrKW schlägt sich auch in der DAX-Prognose nieder. Jacobs erwartet für Ende 2004 einen Stand von 3300 Punkten. Dieser Prognose widerspricht Landesbanker Klawitter: "Auf Grund von niedrigen Zinsen, mangelnden Anlagealternativen und der Umstrukturierungen der zahlreich im DAX vertretenen Finanzwerte erwarten wir auf Sicht von zwölf Monaten den Index bei 4450 Punkten." Auf dem Devisenmarkt bevorzugen die Experten den Euro im Vergleich zum Dollar. Kurzfristig erwartet Klawitter zwar eine Abschwächung des Euro auf 1,12 $, dann sollte die Einheitswährung jedoch wieder auf 1,25 $ steigen. Auch Jacobs rechnet kurzfristig mit einem Anstieg des Dollar, der jedoch ab dem zweiten Halbjahr in einen Verfall des Greenback mündet. Rieke rechnet mit keinen großen Veränderungen im Tauschverhältnis. |
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