| Konjunkturstreit: Experten uneins ob Deutschland in der Rezession steckt |
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| 18.08.2003 | |
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PE Für die Postbank beispielsweise befindet sich Deutschland in der Rezession: "Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jetzt zwei Quartale in Folge gesunken ist, hat sich die deutsche Wirtschaft im 1. Halbjahr 2003 auch offiziell in der Rezession befunden", so die Volkswirte der Postbank. Genau das Gegenteil behauptet aber die Bayerische Landesbank. "Trotz zweier aufeinander folgender Quartale mit negativen Raten wäre es abwegig, von Rezession zu sprechen." Denn entgegen einer weit verbreiteten Auffassung würde diese Definition einer Rezession von keiner seriösen Institution verwendet werden – weder in den USA noch in Deutschland. Von einer Rezession spreche man vielmehr, so die Landesbanker, wenn die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten über eine längere Zeit und im größeren Ausmaß unterausgelastet sind. Fakt ist, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,1 Prozent real zurückging und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 0,2 Prozent. Damit ist das Kriterium für eine Rezession eigentlich erfüllt. Für die meisten Konjunkturforscher steckt Deutschland jedoch auch im zweiten Quartal 2003 und damit bereits seit mehr als drei Jahren in einer hartnäckigen Stagnation. Die Postbank sieht aber trotz ihrer Einschätzung, dass Deutschland in der Rezession steckt, nicht zu schwarz. Nach Ansicht des Instituts wurde der konjunkturelle Tiefpunkt im zweiten Quartal aber durchschritten. Anzeichen einer allmählichen Besserung gibt es von Seiten der Binnennachfrage, so die Postbank. "Zudem wird sich die derzeitige Belebung der Weltwirtschaft positiv auf die Exporte auswirken und damit die Nachteile des starken Euro ausgleichen", teilt die Postbank mit. Weiter wird erwartet, dass die deutsche Wirtschaft in der 2. Jahreshälfte 2003 wieder leicht wächst. Im Gesamtjahr werde aber dennoch nicht mehr als Stagnation herausspringen. 2004 dürfte sich nach Einschätzung der Volkswirte das BIP-Wachstum dann deutlich auf 1,8 Prozent verstärken. Bedingung hierfür sei aber, dass die privaten Haushalte durch die Steuerreform im kommenden Jahr auch netto spürbar entlastet werden und die beabsichtigten wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen energisch vorangetrieben werden. Unter diesen Voraussetzungen hat Deutschland auch die Chance, die Wachstumslücke zum Rest des Euroraums zu schließen. Hier rechnet die Postbank für 2004 mit einem BIP-Wachstum von 1,9 Prozent nach 0,6 Prozent in diesem Jahr. Die wirtschaftliche Erholung wird damit aber insgesamt moderat bleiben und könnte durchaus noch einen zusätzlichen Impuls durch die Geldpolitik gebrauchen. Spielraum für eine weitere Leitzinssenkung hat die EZB allemal, so die Postbank, da die Inflationsrate im Euroraum 2004 voraussichtlich auf 1,3 Prozent sinken wird. |
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