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Hedgefonds-Markt wächst / Deutsche Anbieter in den Startlöchern Drucken E-Mail
2.12.2003

Daniel Bartsch
Hedgefonds werden bei Investoren immer beliebter. Im dritten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete diese alternative Anlagegattung einen bislang unerreichten Rekordmittelzufluss. Nach Angaben der Analysefirma Tass Research lenkten Investoren im Zeitraum von Juli bis September weltweit 24,6 Milliarden $ in Hedgefonds. Auch auf Jahressicht stehen Hedgefonds in 2003 hervorragend da: Seit Januar liegt der Mittelzufluss bei 45,4 Milliarden $. Im Gesamtjahr 2002 hatten die Fonds lediglich 16,3 Milliarden $ an Kundengeldern akquiriert. Insgesamt hat die Branche nach Angaben des Magazins Alternative Fund Services Review mittlerweile ein Anlagevolumen von rund 745 Milliarden $.

Einen Teil von diesem Kuchen will sich nun auch die deutsche Branche sichern. Beinahe alle großen Fondsgesellschaften stehen in den Startlöchern und werden ihren Kunden ab dem nächsten Jahr Hedgefonds anbieten. So hat der zur Dresdner Bank gehörige Deutsche Investment Trust (DIT) angekündigt, mit zwei bis drei Dach-Hedge-Funds zu starten, die nach einem Multi-Strategy-Ansatz gemanagt werden. Auch die zum Deutsche Bank Konzern gehörige DWS-Gruppe will von Beginn an im Markt präsent sein. "Wir werden selbst gemanagte Hedge-Fonds und Dach-Hedgefonds bringen, sobald der rechtliche Rahmen feststeht", hat DWS-Chef Axel Benkner unlängst angekündigt. Dies, so die Hoffnung Benkers, solle ab Frühjahr 2004 der Fall sein.

Tatsächlich gibt es auf dem Weg zu einem einheitlichen rechtlichen Rahmen noch einige Stolpersteine. So weisen die Gesellschaften darauf hin, dass die so genannten Durchführungsvorschriften, die zum Beispiel die Risikomessung konkretisieren, noch unklar sind. Um diese Unklarheiten zu beseitigen muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), welche die in Deutschland zugelassenen Fonds reguliert, das vom Bundesrat verabschiedete Investmentmodernisierungsgesetz in einigen Punkten noch genau auslegen. Dies ist auch der Grund, weshalb einige Anbieter wie Fidelity Investments sich noch abwartend zeigen und den Markt zunächst beobachten wollen.

Überhaupt dürfte auf die BaFin in den kommenden Wochen eine Menge an Arbeit zukommen. Kapitalanlagegesellschaften (KAGs), welche die in Deutschland künftig zugelassene Vermögensklasse anbieten wollen, müssen bei der Aufsicht zwei Anträge stellen. Zunächst benötigen sie die Genehmigung, die es ihnen erlaubt, die Fonds überhaupt aufzulegen. Dazu müssen sie ihre Satzungen entsprechend ändern. Erst danach können sie in einem zweiten Schritt die Zulassung einzelner Hedgefonds-Produkte bei der BaFin beantragen. Bei der Behörde rechnet man entgegen einiger anderslautender Befürchtungen indes nicht mit einem Zulassungsstau.

Die BaFin hat angekündigt, dass die Bearbeitung der Zulassungsanträge etwa einen bis drei Monate dauern wird. "Wir rechnen damit, dass die Erlaubnisbescheide für die KAGs im ersten Quartal rausgehen", zitiert die Financial Times Deutschland BaFin-Vizepräsident Karl-Burkhard Caspari. Um Verzögerungen im Genehmigungsverfahren zu vermeiden, arbeitet die BaFin eigenen Angaben zufolge bei der Formulierung der Anträge mit der Branche zusammen. Wann die ersten Hedgefonds in Deutschland zugelassen werden, hänge vor allem davon ab, wie sorgfältig die Anträge für die einzelnen Produkte abgefasst seien, so Caspari.




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