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Fondsmanager sichern sich gegen Dollarschwäche ab Drucken E-Mail
28.04.2003

Patrick Eisele
Viele Fondsmanager sehen im Leistungsbilanzminus und im Budgetdefizit der USA eine Bedrohung für den Dollar und sind dabei dieses Risiko zu hedgen. Diese Entwicklung präsentiert David Bowers, Chief Investment Strategist bei Merrill Lynch, als eines der Ergebnisse der April Fund Manager Survey.

Gemäß der Umfrage sichert jeder vierte Fondsmanager einen Teil der Engagements in der amerikanischen Währung, jeder zehnte alle Dollar Investments ab. Die restlichen begründen ihre Zurückhaltung bei Hedgeaktivitäten damit, dass diese ihnen nicht erlaubt sind oder dass sich noch absichern werden. Zu dieser negativen Grundstimmung gegenüber dem Dollar passt auch, dass 53 Prozent der 314 befragten Manager den Greenback für überbewertet halten. Im März waren es erst 38 Prozent (siehe Tabelle).



Quelle: Merrill Lynch

Verbraucher und Unternehmen in den USA erwerben weit mehr Waren und Dienstleistungen, als sie sich eigentlich leisten oder selbst produzieren können. Dies gilt parallel auch für den Kreditbedarf der Amerikaner. Der Wohlstand ist also auf Pump finanziert. "Zwar haben die USA in den vergangenen zehn Jahren immer ein Kapital importiert, der Grund dafür hat sich aber geändert", erklärt Bowers. "Vor drei Jahren wurde mit den Geldern der Technologieboom finanziert und jetzt das Haushaltsdefizit. Das ist ein bedeutender Unterschied."

Die Notenbanken haben teilweise schon auf diese Entwicklung reagiert und schichten ihre Dollar Reserven in Euros um. "Der Ertrag aus Dollar-Anlagen ist derzeit sehr niedrig, andere Währungen bringen mehr, zitiert der Spiegel den russischen Zentralbank-Vizepräsidenten Oleg Wjugin. Moskau hat den Euro-Anteil seiner Reserven von unter zehn auf über 20 Prozent erhöht. Andere Beispiele bieten die Zentralbanken von China, Taiwan oder Kanada. Eher politische Motive dürften dafür entscheidend sein, dass auch Irak und Iran ihre Währungsreserven teilweise in die europäische Einheitswährung umtauschten.

Eine aktuelle Studie von Goldman Sachs zeigt auf, dass die großen Zentralbanken Anfang 1999 noch 5,8-mal so viele Dollar wie Euro in ihren Tresoren hatten. Drei Jahre später betrug das Verhältnis nur noch 4,6:1. Experten sind sich sicher, dass die jüngste Euro-Hausse diesen Trend noch verstärken wird.




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