| Moody´s begründet negativen Ausblick für Rückversicherer mit der geringen Kapitalausstattung und dem Druck auf die Ertragskraft |
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| 9.09.2003 | |
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PE Nach Ansicht von Moody's dürften die Ratings der Versicherer angesichts der Doppelbelastung aus mäßigen Erträgen und angespannter Kapitalbasis auf absehbare Zeit unter Druck bleiben. Nach wie vor ist die Kapitalausstattung sowohl aus quantitativer wie auch aus qualitativer Sicht eines der Hauptprobleme der Branche. Entsprechend verhalten ist der mittelfristige Ausblick für die nächsten 18 Monate und darüber hinaus. Moody's hält an seinem negativen Ausblick für die europäische Rückversicherungsbrache fest, der damit seit 2001 Bestand hat. "Zwar hat sich das Preisgefüge seit der zweiten Hälfte 2001 in nahezu allen Sparten verbessert, die Rentabilität ist jedoch aufgrund der Notwendigkeit, die Rückstellungen insbesondere für die schadensintensiven Jahre 1998 bis 2001 kontinuierlich zu erhöhen, sowie angesichts zunehmender Asbestklagen und damit verbundener Schadenersatzansprüche, beträchtlicher Wertminderungen im Anlagevermögen, höherer Abschreibungen auf garantierte Todesfall-Mindestleistungen und geringerer Kapitalerträge untergraben worden", meint Lynn Exton, Senior Vice President bei Moody's und eine der Autoren der Studie. Die geringeren Renditen werden durch die in den verschiedenen Sparten erwirtschafteten, hohen Cashflows zwar wieder wettgemacht, nach Einschätzung von Exton dürfte diese Entwicklung aber nur von kurzer Dauer sein, da sich der Preiszyklus allmählich seinem Höhepunkt nähert und schon bald wieder in eine Abwärtsphase eintreten wird. Mit dem für die nächsten Jahre erwarteten, anhaltenden Preisverfall dürfte es den europäischen Rückversicherern außerdem zusehends schwerer fallen, ihre angegriffene Kapitalbasis wieder zu kräftigen. "In Zeiten, in denen sich Verluste aus dem Versicherungsgeschäft nur geringfügig durch Kapitalerträge abfedern lassen, ist es umso erforderlicher, bei der Risikoübernahme Zurückhaltung zu üben und eine nachhaltige Preispolitik zu betreiben", fügt Exton ergänzend hinzu. "Die Kapitalausstattung der europäischen Rückversicherer dürfte sich auf absehbare Zeit auf einem niedrigeren Niveau bewegen als zwischen 1998 und 2000", so Exton weiter. "Angesichts des Ausmaßes der realisierten Verluste und der nur mäßigen kurz- bis mittelfristigen Aussichten für die Rückversicherer, aus eigener Kraft Kapital zu bilden, wird es einige Zeit dauern, bis sie ihre Kapitalbasis wieder auf den Stand des Jahres 2000 zurückgeführt haben." Moody's merkt in diesem Zusammenhang an, dass die heftigen Kursabschläge, zu denen es an den Aktienmärkten in den vergangenen drei Jahren gekommen ist, das Kapitalvermögen der Rückversicherer und der Versicherungsbranche insgesamt um geschätzte 200 Milliarden € geschmälert haben. Vor diesem Hintergrund erscheinen selbst die pessimistischsten Schätzungen für die durch die Terroranschläge vom 11. September verursachten Kosten für die Versicherungsgesellschaften gering. Laut Moody's dürfte der anhaltende Druck auf die Kapitalausstattung und die Ertragskraft der europäischen Rückversicherer, der sich aus dieser Kapitalverminderung und den mittelfristig nur begrenzten Ertragsaussichten ergibt, Auswirkungen auf die Kennzahlen sowohl für die festen Belastungen als auch die Verschuldung haben: Die Fixkosten-Deckungsquoten werden voraussichtlich geringer sein als vor 2001, der Fremdkapitalanteil dürfte dagegen höher ausfallen. "Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Ratings für die von den Rückversicherern begebenen Schuldverschreibungen", so Exton, "denn die Beurteilung des Grades der Fixkostendeckung und des Verschuldungsgrades eines Emittenten ist integraler Bestandteil des Ratingprozesses bei Moody's." Die Ratingagentur rechnet ferner damit, dass sich der Trend hin zu einem restriktiveren Kapitalmanagement seitens der europäischen Rückversicherer noch einige Zeit fortsetzen wird, und zwar nicht nur aufgrund der erheblichen Kapitalverminderung, von der die gesamte Branche in den vergangenen zwei Jahren betroffen war, sondern auch aufgrund bestimmter aufsichtsrechtlicher Entwicklungen. Vor allem die Tatsache, dass die Entwicklung in Europa immer mehr in Richtung risikobasierter Solvabilitätsrichtlinien geht, hat in hohem Maße dazu beigetragen, dass die europäischen Rückversicherer ihr Augenmerk verstärkt auf die Kapitalverwaltung richten. |
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