| Expertenrunde rät Mittelständlern vom externen Rating ab |
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| 16.07.2003 | |
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Melanie Gebhardt "Ein externes Rating lohnt sich erst bei Unternehmen mit einem Umsatz von 300 bis 400 Millionen €. Erst ab dieser Größe bringt ein Rating auch wirkliche Vorteile bei der Kreditaufnahme" so Ernst-Moritz Lipp von der Odewald & Compagnie Beteiligungsgesellschaft. "Von den etwa 60 bis 80 Unternehmen mit ungefähr 100 Millionen €, die wir im Jahr untersuchten, hat dagegen kaum eines ein externes Rating." Jürgen Berblinger, Geschäftsführer von Moody's Deutschland, berichtete aus seiner Praxis, dass sich zwar immer mehr Mittelständler raten lassen, dass dabei aber Unternehmen mit 50 Millionen € Umsatz oder weniger absolute Ausnahmen sind. Bei Kosten von 30.000 bis 50.000 € für ein einmaliges externes Rating und dessen eher geringen Nutzen für die betroffenen mittleren Unternehmen ist das kaum verwunderlich. Dennoch ist inzwischen schon fast jedes mittelständische Unternehmen in Deutschland mindestens einmal geratet, sagte Jürgen Berblinger, Geschäftsführer von Moody's Deutschland, und zwar durch ein Kreditinstitut. Die entscheidende Ratingform für den Mittelstand ist also das interne Bankenrating. Dabei darf es nicht um eine Momentaufnahme einzig anhand von Bilanzen gehen. Die Aufgabe der Banken sei laut Karlheinz Müller, Bereichsleiter Firmenkundengeschäft bei der Bayerischen Landesbank, vielmehr vor allem die Begleitung von mittelständischen Unternehmen durch einen permanenten Ratingprozess. Nur so könne die kreditgebende Bank die Entwicklungen im Unternehmen korrekt einschätzen und bewerten. Bevor ihnen das gelingt, müssen die Banken jedoch ihre Ratingkapazitäten deutlich verbessern stellte Holger Follmann, Geschäftsführer von Thales Information Systems, fest. Oft seien die Firmenkundenbetreuer von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, die die meisten mittelständischen Unternehmen betreuten, nicht in der Lage, ihren Kunden eine optimale Finanzierung sicherzustellen. Vor allem bei der Ausbildung im Bereich Rating sieht Follmann erheblichen Nachholbedarf. Der Ratingprozess müsse so gestaltet werden, dass hard und soft facts angemessen Berücksichtigung finden, die Objektivität des Analysten gewährleistet und Einflussnahme durch das untersuchte Unternehmen ausgeschlossen ist. "Wenn der Ratingprozess diese Anforderungen erfüllt, dürften auch die Unternehmer im Mittelstand erkennen, dass Basel II und das damit verbundene Rating kein Instrument zur Knechtung mittlerer Unternehmen ist, sondern eine Chance", so Müller in seinem Schlusswort zur Diskussionsrunde. Die Zukunft der Mittelstandsfinanzierung sieht er positiv: "Mit einem Rating haben gute Unternehmen bessere Chancen auf eine günstige Finanzierung durch die Banken. Problemfälle dagegen werden schneller identifiziert und man kann zügig und mit besseren Erfolgsaussichten nach passenden Lösungen suchen." |
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