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Fitch sieht keinen Nutzen in einer europäische Ratingagentur / Ausbau des Deutschland-Geschäfts geplant Drucken E-Mail
10.10.2003

Frank Schnattinger

Nach Meinung der Ratingagentur Fitch hat das Projekt "Europäische Ratingagentur" keine Zukunft. Entsprechende Forderungen waren zuletzt sowohl aus Politik als auch aus der Industrie aufgebracht worden. "Eine Agentur, die nicht auch in den USA tätig ist, wird international nicht akzeptiert, weil der Markt in den USA zu wichtig ist", äußert sich Paul Taylor, der für das Geschäft in Europa, Nahost und Afrika bei Fitch verantwortlich zeichnet, ablehnend gegenüber dem Vorschlag.

Wie wenig eine nationale Agentur funktioniere, zeige dabei das Beispiel Japan. Die dortigen Anbieter hätten kaum Gewicht am Markt. Auch die Dominanz von Standard & Poors und Moody's könne durch einen weiteren Anbieter nicht gebrochen werden. Dies, so befürchtet Taylor, dürfte eher zu Lasten von Fitch und weniger zu Lasten der beiden Größen am Markt gehen.

Großes Potenzial für Fitch sehen Taylor, sowie der Geschäftsführer von Fitch in Deutschland, Jens Schmidt-Bürgel insbesondere bei den Ratings für Unternehmen. So bewertet Fitch in Deutschland bislang 16 Unternehmen. Insgesamt unterziehen sich hierzulande derzeit knapp 60 Unternehmen einem Rating der "Big Three". "Diese Zahl könnte sich mittelfristig vervielfachen", spekuliert Schmidt-Bürgel. Aufgrund von Basel II und der Kreditverknappung der Banken, werden sich Unternehmen zunehmend am Kapitalmarkt refinanzieren und ein entsprechenden Rating vorweisen müssen. Dies unterstreiche auch eine jüngst von 26 Vermögensverwaltern vorgelegte Forderung, dass Unternehmen bei einer Anleiheemission am besten zwei Ratings vorlegen sollten, so Schmidt-Bürgel.

Auch personell will Fitch am Standort Deutschland weiter wachsen. Momentan sitzen nur zwei der weltweit rund 800 Analysten des Unternehmens in Deutschland. Diese Zahl soll in den nächsten anderthalb Jahren daher auf etwa 15 aufgestockt werden.




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