| Schwerpunkt IAS: Unabhängige Studien weisen auf sinkende Steuerbelastung hin / Bundesregierung befürchtet Steuerausfälle |
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| 14.03.2003 | |
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Daniel Bartsch "Wir müssen prüfen, ob die International Accounting Standards (IAS) eine leistungsorientierte Besteuerung ermöglichen", zitiert die Financial Times Deutschland Finanzstaatssekretär Volker Halsch anlässlich einer Veranstaltung der Spitzenverbände von Handwerk und Handel in Berlin. Dabei verwies der Staatssekretär darauf, dass Abschlüsse nach IAS teilweise auch auf Prognosen aufbauten. "Besteuert werden kann aber nur der erzielte, nicht der erzielbare Gewinn.", so Halsch. Angesichts leerer Staatskassen und konjunkturell bedingten Steuerausfällen ist der Fiskus auf jeden Euro angewiesen. Weitere Steuerausfälle In Folge der Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards will die Regierung daher unbedingt vermeiden. Tatsächlich geben unterschiedliche Studien Hinweise darauf, dass die Steuereinnahmen zurückgehen könnten, wenn hierzulande in großem Stil auf IAS umgestellt wird. So hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in einer Analyse ermittelt, dass die effektive Steuerlast deutscher Unternehmen unter Zugrundelegung der IAS sinken würde. Auch das Bundesfinanzministerium weist in seinem Monatsbericht vom Oktober des vergangenen Jahres auf diese Gefahr für die Steuereinnahmen hin. So habe eine interne Simulation ergeben, dass sich die steuerliche Belastung deutscher Unternehmen bei einer uneingeschränkten Maßgeblichkeit der IAS in den meisten Branchen verringern würde. Branchen mit hoher Anlagen- und Vorratsintensität profitierten stärker, Branchen mit hoher Personalintensität weniger von einer Umstellung auf die IAS. "Verlierer" wären das Bau- und das Ernährungsgewerbe sowie die Verkehrsbranche. Der Hauptgrund für die effektive Entlastung sei auf die Unterschiede im Zusammenhang mit der Behandlung von Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge zurückzuführen, schreibt das Finanzministerium. Dies habe jedoch zur Konsequenz, dass Unternehmen, die keine Pensionsrückstellungen im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung bilden, wegen der steuerlichen Mehrbelastungen im Bereich der Abschreibungen durch eine IAS-basierte Gewinnermittlung steuerlich insgesamt wohl stärker belastet würden. Betroffen sein dürfte davon vor allem der Mittelstand. Der Handwerksverband steht den IAS kritisch gegenüber. Hanns-Eberhard Schleyer, der Generalsekretär des Verbands, befürchtet, dass in zehn Jahren auch Kleinunternehmen die IAS anwenden müssten, da die Industrie dies von ihren Zulieferern verlangen werde. Deutschland solle daher beim IASB eine "Light-Variante" für Mittelständler fordern. |
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Artikel zu diesem Thema : IAS/ IFRS
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