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Trends am Corporate Bond-Markt: Rückkäufe und Hochzinsanleihen Drucken E-Mail
19.07.2004

Patrick Eisele
Einen Trend zum Anleihenrückkauf hat der RZB Raiffeisenresearch beobachtet. Ziel der Unternehmen ist es freiwerdende Mittel effizient einzusetzen um die Verschuldung zurückzuführen, bzw. laufende Zinszahlungen zu reduzieren. Die RZB erwartet, dass diese Entwicklung anhält.

Eine Ankündigung kommt von RWE. Der deutsche Versorger plant ein Volumen von 2 Milliarden € von zwei Anleihen zurückzukaufen, die 2007 bzw. 2008 auslaufen und deren Verzinsung 5,5 und 5,375 Prozent beträgt. Zur Refinanzierung plant RWE eine zehnjährige Wandelanleihe im Volumen von 0,5 bis 1,5 Milliarden € zu emittieren. Alternativ zum Barrückkauf wird den Anleiheninhabern der Umtausch in den Wandler angeboten. "Mit diesem für Investoren attraktiven Angebot nutzen wir zum einen das günstige Marktumfeld", erklärt Finanzvorstand Klaus Sturany. "Zum anderen optimieren wir unsere Finanzstruktur. Mit der Transaktion reduzieren wir weiter unsere Bruttoverbindlichkeiten und entzerren das Fälligkeitsprofil der Anleihen." Vorrangig geht es RWE bei der Transaktion darum, die Refinanzierungs-Notwendigkeit in der Zukunft zu verkleinern.

Mit der mg technologies ag ist ein weiteres deutsches Unternehmen dabei, ausstehendes Fremdkapital vom Markt zu nehmen. Das Kaufangebot sei Teil eines aktiven Bilanzmanagements mit dem Ziel, Verbindlichkeiten zurückzuführen. Für den Rückkauf der Schuldverschreibungen möchte die mg technologies ag den erwarteten Erlös aus dem Verkauf von Dynamit Nobel effizient einsetzen. Bei der Anleihe handelt es sich um eine Schuldverschreibung im Volumen von 300 Millionen €, die mit 6,75 Prozent verzinst wird.

Weitere Angebote zum Rückkauf stammen von Coca-Cola und den französischen Unternehmen Imerys und Lafarge.

Die Gildemeister AG und die Heckler & Koch GmbH sind Beispiele für einen weiteren Trend am Markt für Corporate Bonds: Nämlich die Emission von Hochzinsanleihen. Im Gegensatz zu früher, als Unternehmen die Mitgliedschaft im Non-Investment-Grade aus Reputationsgründen scheuten, wird heute die Möglichkeit zur relativ günstigen Finanzierung und Diversifikation geschätzt. Gildemeister hat in dieser Woche im Anschluss an eine Roadshow mit der Emission der Anleihe begonnen. Der Kupon soll 9,75 Prozent betragen.

Heckler & Koch ist ebenfalls dabei einen High Yield mit einem Kupon von 9,25 Prozent aufzulegen. Wie aus mit der Emission befassten Kreisen der Waffenschmiede mitgeteilt wird, soll die Emission in den nächsten Tagen abgeschlossen sein.



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